Die Sagen von Misrah 3 - "Stock Exchange" (german)

Die Sagen von Misrah - "Stock exchange"
The tales of Misrah - "Stock exchange"

(german)

by Misrah

"...und so hab' ich das Aktienpaket dann eben auch abgestoáŸen, gerade noch rechtzeitig. Stunden spá¤ter wá¤ren die Dinger nicht mal mehr das Papier wert gewesen auf dem sie gedruckt sind." - Das beifá¤llige Gelá¤chter der Anwesenden war Eric das Liebste an der ganzen Sache. Er war ein schlauer Fuchs, dessen war er sich gewiáŸ. Nicht umsonst hatte er es in ká¼rzester Zeit und trotz seiner gerade einmal fá¼nfundzwanzig Jahre zu einem von New Yorks erfolgreichsten Brokern gebracht.

"Tja, manchmal mu០man eben nur schnell genug sein." Geschmeichelt fuhr sich Eric Matterson mit der Hand durch's gegelte, dunkle Haar. Die anerkennenden Schulterklopfer seiner Freunde und Kollegen ringsum bestá¤tigten sein Ego und, wem wollte man etwas vormachen, es gefiel ihm. Er war gern auf der GewinnerstraáŸe.

Nur deshalb hatte er sich all die Jahre bis zum Examen durchgerackert, wá¤hrend all die anderen sich in ihrer jugendlichen Lernfaulheit ergangen hatten. ER hingegen hatte frá¼h begriffen und immer gewuáŸt, dass sich die Má¼he auszahlen wá¼rde. Das, und nur das, hatte ihn zu seinem Eifer angetrieben, wá¤hrend all die Anderen nur gefeiert hatten.

Sicher, zugegeben: Er war gewi០auch kein Kind von Traurigkeit gewesen. Im Gegenteil. Aber er hatte es lediglich immer verstanden den Punkt zu erkennen an dem es wieder Zeit war, der spá¤teren Karriere zuzuarbeiten. Und nun war die Zeit da, da er die Frá¼chte seiner Arbeit erntete. Sicher, von selbst war das Alles nicht gekommen. So funktioniert die Welt nicht.

Er hatte seine Kontakte in den vergangenen paar Jahren weitlá¤ufig und zahlreich gekná¼pft. Das war schlicht notwendig in seinem Geschá¤ft: Dinge wissen, bevor sie andere wissen. Schneller handeln als Andere.

Opfer blieben dabei freilich nicht aus. So mancher, der ihm vertraut hatte oder nach dem einen Drink zu viel seinem aufgesetzten, freundlichen Lá¤cheln geglaubt hatte, mochte sich schon mal in wichtigen geschá¤ftlichen Dingen verplappert und es am Tage darauf bitterlich bereut haben. Aber was sollte es ihn ká¼mmern? "Wer unbedacht handelt, den bestraft das Leben eben." Kollateralschá¤den mochten bei seiner Art des Business-handlings durchaus vorkommen. Aber solange es ihm zum Vorteil gereichte, sah Eric das locker. - Mit einer lá¤áŸigen Handbewegung staubte er seine Schulter ab, als há¤tten die Há¤nde seiner Kollegen einen Makel auf dem feinen, schwarzen Stoff des Anzuges hinterlassen. Ja, er war besser als diese 'Wá¼rmer'. Dessen war er sich sicher...

"Nun werden sie mir mal nur nicht á¼bermá¼tig, Matterson." Eric's selbstgefá¤lliges Grinsen wich abrupt aus seinem Gesicht, als die rauhe Bassstimme Michael Ravehursts hinter ihm erklang. "Schon richtig.", die Hand seines Chefs legte sich breit und fleischig auf seine Schulter. "In der Carmold-Angelegenheit hatten sie gestern ein Ná¤schen... - Oder sollte ich besser sagen 'Glá¼ck'?"

Eric konnte 'den Alten' nicht ab und es viel ihm auffallend schwer, sein gut eingeá¼btes, weltmá¤nnisches Lá¤cheln angesichts der heraushá¤ngenden Jovialitá¤t dieses unwillkomenen Stá¶renfrieds beizubehalten.

Gut, gut. SO alt war Michael Ravehurst nicht wirklich. Dreiundvierzig Lenze hatte er auf dem Buckel, zumindest insofern man Wikipedia glauben mochte. Aber unter den Brokern der Firma hie០er eben nur 'Der Alte'. Und genau das war auch seine persá¶nliche Betrachtungsweise dieses Typen. Der hatte seine groáŸen Zeiten in den Achtzigern und Neunzigern gehabt und ja, er hatte Einiges geriáŸen im Aktiengeschá¤ft dieser lang vergangenen Tage. Nicht umsonst war der Mann der Mitbegrá¼nder und oberster C.E.O. (leitende Fá¼hrungskraft) der Firma.

Aber in Eric's Augen war die Zeit dieses grau melierten 'Dinosauriers', wie er ihn gern in Gedanken bezeichnete, lange vorbei. Beiseite treten sollte er. Platz machen fá¼r junge, hungrige Broker wie ihn und nicht lá¤nger an der Spitze herumsitzen und all die Erfolge die er und die Kollegen erwirtschafteten auf seine Kappe einstreichen. "Was tut dieser faltige Sack eigentlich den ganzen Tag, wá¤hrend wir die Arbeit machen?"

"Ich will nur sagen", so fuhr Ravehurst mit hintersinnigem Grinsen und in gespielter Kumpanei fort, "vor zwei Wochen hat uns Ihre Fehlspekulation mit dem Compound-stock ja im Gegenzug auch ein ganz schá¶nes Sá¼mmchen gekostet." - Das Gelá¤chter der Kollegen war Eric nun weit weniger angenehm, als er sich vom 'Alten' bloáŸgestellt und von den Umstehenden pflichtschuldigst verlacht wiederfand.

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"Was fá¼r ein Schei០Morgen!" zischte Eric, als er aus seinem Lexus stieg und den Wagen abschloáŸ. - Er hatte den Empfang gestern relativ frá¼h verlassen, nachdem sein Boss ihn so unverblá¼mt vor all den Anderen angegangen hatte. Auch die Avancen einer leichten Blondine im Abendkleid hatten ihn da nicht mehr aufheitern ká¶nnen und er hatte sie, ungewá¶hnlich fá¼r ihn, harsch abgewiesen. Was sollte es schon. Er hatte Geld, war ein aufstrebender Geschá¤ftsmann. Er konnte sie oder jede Andere haben, wann immer er wollte. Die Weiber kapierten seinen Wert, seine áœberlegenheit. - Nur der Alte, der ging ihm immer wieder auf den Senkel.

Und so kochte das Blut des jungen Brokers, als er miáŸmutig in die Mall (Einkaufszentrum) stapfte um sich mit etwas Haarspray und einem Imbiss, der ihn bis zum Lunch und á¼ber seinen profunden Kater hiná¼berretten wá¼rde, einzudecken. Er há¤tte trotz seines Frustes die Flasche Rotwein gestern daheim doch nicht mehr aufmachen sollen, resá¼mierte er zerknirscht. Doch nun war's wie auch immer zu spá¤t und ein paar Aktienpakete warteten nur darauf, durch ihn zu seinem Reichtum und Anderer Ruin hin, verschoben zu werden.

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Er lag gut in der Zeit. Das Haarspray hatte er in die Papiertá¼te zu seinem Essen gegeben und so langsam kam er wieder etwas zu sich. Mochte am Donut und dem starken Kaffee liegen, den er sich erstmal genehmigt hatte um wieder etwas Energie zu tanken. Er wá¼rde dem Alten schon noch zeigen, was er konnte. Und eines Tages... Ja, eines Tages da wá¼rde er...

Ein merkwá¼rdiger Anblick nahm Erics Aufmerksamkeit plá¶tzlich in Beschlag und unterbrach den dá¼steren Gedankengang. Um ehrlich zu sein fast belustigte den jungen Broker der unerwartete Anblick. - Denn mitten in diesem hochmodernen Einkaufszentrum fiel sein Blick nun auf einen seltsam altmodischen, um nicht zu sagen antik aussehenden Laden zu seiner Linken. Zwischen all den aus Metall und Glas bestehenden Schaufenstern der umliegenden Shops mutete die grá¶áŸtenteils há¶lzerne Fasade des Geschá¤fts mit ihre barock verschná¶rkelten, von der Zeit verkratzten Verzierungen auf absurde Weise deplaziert an. Auch das Glas der Schaufenster schien mehr klassisch schná¶des Fensterglas zu sein, kein zentimeterdickes Sicherheitsglas wie bei den umliegenden Anmietern.

Doch damit nicht genug. Auch das Sortiment des Ladens wá¤re mit der Bezeichnung 'eigentá¼mlich' noch gut bedient gewesen. Ein wirres Sammelsurium aus Kostá¼men, Kleidungsstá¼cken und okkult wirkenden Gegenstá¤nden wie groáŸen Kristallkugeln, Amuletten die in einer groáŸen Traube von der Laterne neben der Tá¼r hingen sowie merkwá¼rdigen kleinen Puppen. Sogar ein kleines Terrarium machte Eric im Inneren des Schaufensters aus, indem sich allerlei reptilisches Kleingetier zu tummeln schien. áœber der Tá¼r prangte ein verwittertes Schild, auf dem in altertá¼mlichen Lettern 'Spells 'R us' zu lesen war.

Die Neugier des jungen Geschá¤ftsmannes war nun definitiv geweckt. Die Scharniere der Tá¼r gaben einen grausig quietschenden Laut von sich, als Eric den Laden betrat. Wenn dies wirklich eine Replik war, ein auf alt gemachtes Geschá¤ft ergo, dann war es definitiv die beste die er je gesehen hatte: All das há¶lzerne Interieur, diese stickige, ja modrige Athmosphá¤re...

"Guten Morgen, Eric." Der junge Mann war derart von der ungewá¶hnlichen Erscheinung des Ladens selbst gewesen, dass er erst jetzt des Verká¤ufers gewahr wurde, welcher sich nun aus seinem knarzenden alten Drehstuhl erhob und entspannt á¼ber den schweren, eichenen Verkaufstresen zu ihm hiná¼berblickte, eine Verbeugung andeutend.

"W... Woher wissen Sie...?" - "Woher ich Deinen Namen kenne? Nun, wisse ich bin ein Hexer." - Wá¤hrend Eric das Statement seines Gegená¼bers erst einmal sacken laáŸen muáŸte, betrachtete er den Mann. Er war recht jung, mochte wohl an die Zwanzig sein. Die Kleidung hingegen erinnerte ihn etwas an die Rocker oder Punks der Achtzigerjahre. Eine schwarze, ausgebleichte Jeans und á¼ber dem abgetragenen roten T-Shirt eine ebenso tiefschwarze zerschliáŸene Lederjacke. Am auffá¤lligsten an ihm war aber ob seines Alters das wohl gebleichte, kurz geschnittene und gá¤nzlich weiáŸe Haar. Die silbrig-metallenen Ketten und Medaillons, die um die linke Schulter des Fremden gewunden waren klimperten hell, als er seine Há¤nde auf die Verkaufstheke stá¼tzte. "Wie kann ich zu Diensten sein?"

"Natá¼rlich, ein Zauberer..." Abschá¤tziger há¤tten Erics Intonation und Mimik kaum sein ká¶nnen als er diesen offensichtlich Verrá¼ckten milde belá¤chelte. "Was auch immer Du fá¼r Gras rauchst, mein Freund. Du solltest..." - "Wolfy!" - Den Ruf seines Herren vernehmend schnellte unter einem der wahllos umher verteilten Kleiderstá¤nder ein Hund hervor und lie០sich zu Fá¼áŸen seines Meisters sitzend nieder. Ein Vieh von enormer Grá¶áŸe, das Fell dunkel wie die Nacht und die Augen glá¼hten daraus hervor wie heiáŸe Kohlen.

"Gehorch' mir Zauber, tu's geschwind und zeig' dem Zweifler wer wir sind." Einher mit diesen Worten zá¼ckte der merkwá¼rdige Verká¤ufer einen kleinen, ledernen Beutel von seinem Gá¼rtel, entfaltete diesen und blie០den Inhalt, der eine Art Pulver zu sein schien, anschlieáŸend in Richtung der Schnauze des Tieres.

Eric legte sich schon die passenden Spottsprá¼che im Geiste zurecht. Eventuell wá¼rde er die Behá¶rden verstá¤ndigen. Wer wei០WAS dieser Geistesgestá¶rte dem armen Tier da in's Gesicht... - Voller atemlosen Erstaunen erstarrte der junge Broker schier, als er Zeuge wurde wie der groáŸe Wolfshund zu schrumpfen begann, wie sich sein Fell verká¼rzte, sein Schwanz filigraner und lá¤nger wurde.

"Miau!" - Erics Kinnlade war nach unten gesackt. Dort wo noch vor einer Minute der Hund gesessen hatte, war nun eine schwarze Katze mit glá¼henden Augen. Nein, nein der Hund WAR die Katze! Er selbst hatte gesehen, wie sich das Mistvieh vor seinen eigenen Augen verwandelt hatte. "Das... ist unglaublich." á¤chzte der junge Bá¶rsenmakler unglá¤ubig. "Wenn das eine Illusion war, dann sollten Sie..."

"Es war keine", unterbrach ihn 'Lederjacke'. "Also kommen wir nun zum Geschá¤ftlichen. - Bei welchem Problem kann ich Dir behilflich sein, Eric?"

Probleme? Hah! Der Kerl wuáŸte wohl nicht mit wem er sprach. Er war Eric Matterson, Broker, jung, vermá¶gend, stotzend vor Gesundheit und beliebt bei den Frauen. Was ká¶nnte dieser wunderliche, heruntergekommene Zauberká¼nstler schon fá¼r ihn tun? Selbst wenn er wirklich irgendwie magische Krá¤fte haben sollte, was fá¼r ein Problem sollte er schon...

Und genau da scho០ihm der Gedanke an seinen ungeliebten Boss den alten Esel durch den Kopf. Der Mann in der Lederjacke quittierte das Verfinstern von Erics Miene mit einem zufriedenen, listigen Lá¤cheln. "Na, also... Da há¤tten wir doch was. wie's aussieht. - Ravehurst."

"Sie kennen ihn?" so langsam wurde die Sache verdammt unheimlich.- "Nicht im Mindesten." WeiáŸhaar zuckte gleichgá¼ltig mit den Achseln. "Aber Du scheinst mir fá¼r meine speziellen Dienste wert und somit soll's mir auch gleich sein." So langsam begann Eric, so merkwá¼rdig die Situation auch war, Spa០an diesem Spielchen zu finden. Und mittlerweile war er durchaus willig, sich auf ein Spielchen mit diesem Bekloppten einzulassen. Der Freak wollte mit IHM handeln? Nun, da war er gerade am Richtigen und den Spa០war's allemal wert.

"Tja, was wá¼rden diese 'Dienste' denn so beinhalten?" Eric fá¼hlte sich wieder in seinem Element, dem Feilschen, Ausloten, Abschá¤tzen. Das professionelle Grinsen kehrte wie automatisch auf sein Gesicht zurá¼ck. - Sein Gegená¼ber hingegenblieb absolut entspannt, als es Etngegnete: "Was immer Du Dir wá¼nschst um Deine Schwierigkeiten mit diesem Ravehurst auszurá¤umen. Und ich meine WAS AUCH IMMER Du Dir wá¼nschst. - Es sei denn es geht um's Tá¶ten, das ist nicht so mein Ding. Es langweilt und macht keinen SpaáŸ."

"So, so ich wá¼nsche mir also etwas und Du lá¤áŸt es einfach geschehen?" Das Sie lie០Eric nun fallen. Dieses arme, verwirrte Subjekt verdiente die Anrede in seinen Augen schlicht nicht mehr nach all dem Unsinn, den es da versprudelte. "Genau das."

Doch der Geschá¤ftsmann in Eric wollte es dabei noch nicht bewenden lassen und so trieb er den Spa០noch etwas weiter: "Und was verlangen Sie fá¼r Ihre so groáŸzá¼gigen Dienste? Sicher ein Stange Geld wie ich vermute, oder?" Sicher, talentiert war der Scharlatan. Mit dem dramatischen Talent dass dieser weiáŸhaarige Punk mitbrachte, mochte er wohl in der Lage sein, manch schlichten Geist zu tá¤uschen und so um Hab und Gut zu bringen. So allmá¤hlich reifte eine Idee im Kopf des Brokers, welche zwielichtige Geschá¤ftsidee diesem absurden Laden wohl zugrunde lá¤ge. "Beschi០der Leichtglá¤ubigen und Einfá¤ltigen" dachte Eric bei sich. "Wá¤re es nicht so eine kleine und lá¤cherliche Dimension, der Freak da wá¤re fast ein Kollege..." Er muáŸte selbst Lá¤cheln á¼ber seinen, wie er befand, witzigen Vergleich.

"Geld?", entgegnete der seltsame Verká¤ufer in seiner gleichbleibend und scheinbar unerschá¼tterlixch ruhigen Art. "Ach, zum Geld drá¤ngt's mich nicht. Ich ziehe meine Befriedigung aus den Ergebnissen meiner Arbeit."

Verdutzt sah Matterson seine Theorie vom Konzept dieses Ladens wieder á¼ber den Haufen geworfen, doch das spornte seine Neugier nur noch mehr an. "Ich mu០also nur wá¼nschen was immer ich will und Du sagst, Du wirst es erfá¼llen?" fragte er prá¼fend.

"Solang's was ist was Du fá¼r geeignet há¤ltst um Deine Probleme mit diesem Ravehurst zu lá¶sen: Ja." - "Und Du verlangst NICHTS dafá¼r?" - "So sieht's wohl aus." Der 'Punk' schien langsam die Lust an der Sache zu verlieren, was sich in einem gelangweilten Augenrollen á¤uáŸerte. "Doch nun genug. Willst Du nun meine Hilfe oder nicht?"

"Na gut", ging Eric zum Schein auf das verrá¼ckte Angebot ein. "Ich hoffe nur das Ganze geht ohne diese Pulversache von statten." - Bei aller Liebe, fá¼r den Spa០war er zu haben. Aber einen seiner kostspieligen Armani-Anzá¼ge dafá¼r zu opfern, das wá¤re dem jungen Geschá¤ftsmann dann doch zu weit gegangen.

"Hab darum keine Sorge, Eric. - Also haben wir einen Deal?" mit einem listigen Grinsen offerierte der Fremde die Hand. "Haben wir." Und Eric schlug krá¤ftig ein.

"Es ist besiegelt." Das zufriedene, hintersinnige Grinsen des Gegená¼bers há¤tte Eric sicher beunruhigt, wá¤re es ihm nicht augenscheinlich gewesen, dass er sich hier mit einem bedauernswehrten Spinner einen Spa០machte. - Der WeiáŸhaarige pfiff durch die Finger. Die Katze schlich unter ihrem Kleiderstá¤nder hervor und setzte sich zu Fá¼áŸen ihres Herren nieder. "Braaav..." Der Merkwá¼rdige zog daraufhin ein Stá¼ck weiáŸer Kreide hervor und hielt es der Katze hin, die es ableckte. "Was wei០war ist nun schwarz." kommentierte der Hexer raunend.

Mit einer zá¼gigen Handbewegung beschrieb der Zauberer mit der angefeuchteten Kreide ein grau-weiáŸes Pentagramm auf das Holz der Theke zwischen ihnen, dessen Spitze in Erics Richtung wies. - "Deine Hand." Zá¶gerlich streckte Matterson die Hand aus, legte ihre Flá¤che aber dann wie ihm bedeutet mit ausgespreizten Fingern in die Mitte des vor ihm aufgemalten Zeichens.

Lederjacke quittierte sein Tun mit einem wohlgefá¤lligen Nicken: "So sag' nun Deine Wá¼nsche. Ich há¶re."

Ach, was konnt's schon schaden sich all seinen Frust vom Leib zu schimpfen. "Was ich wá¼nschte..?" Eric Mattertson versank einen Augenblick in Nachdenken, dann sprudelte es geradezu haáŸerfá¼llt aus ihm heraus: "Na gut, Du 'Zauberer'. Dann wirke Deine Kraft, wenn Du es kannst!"

"Ich wá¼nschte á¼ber das Vermá¶gen von Michael Ravehurst frei verfá¼gen zu ká¶nnen." - Der WeiáŸhaarige nickte nur interessiert lá¤chelnd. - "Und ich wá¼nschte, dass ich á¼ber ihn gebieten ká¶nnte und er jedem meiner Worte und jeder meiner Ideen Beachtung schenken má¼áŸte!"
Es befreite ungemein, sich all den Frust so von der Seele zu brá¼llen, und so fuhr Eric fort: "Ja, verzehren soll sich dieser Bastard danach, dass ich auch nur so gná¤dig sein mag ihm meine Aufmerksamkeit zu zollen! DAS wá¼nschte ich!"

"Das Zeichen gezeichnet, die Wá¼nsche gesprochen
So nun Pentagrammen
Zerbrich was nun ist
und fá¼g' neu zusammen."

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Als Eric erwachte war er zuná¤chst gá¤nzlich orientierungslos. Wá¤hrend er seine Glieder wohlig streckte versuchte er sich má¼hsam in Erinnerung zu rufen was passiert war. - Das Letzte woran er sich erinnern konnte war nach seinem Besten Wissen und Gewissen dass er in dem Laden des weiáŸgebleichten Sonderlings gewesen war. An Alles was danach passiert war, hatte er keinerlei Erinnerung. Und, so schluáŸfolgerte sein nun mehr und mehr wiedererwachender Geist, es MUSSTE etwas passiert sein in der Zwischenzeit.

Denn er befand sich nun an einem ihm fremden Ort. In einem Schlafzimmer offenbar, welches definitiv nicht das seine war. Die Gerá¼che waren fremd, dass sich seidig anfá¼hlende Betttuch definitiv nicht das Seine. Die Morgensonne spitzte zaghaft á¼ber nahe Há¼gel und tauchte das Zimmer durch die glá¤sernen Verandatá¼ren in karges Licht.

Immer noch bemá¼ht seine Situation zu erfassen, schweiften die Blicke des jungen Maklers durch den Raum als er sich langsam und schlaftrunken aufsetzte. Ja, es handelte sich definitiv um ein groáŸrá¤umiges Schlafzimmer. Die Wá¤nde waren verkleidet mit beigen Tapeten, in denen in leichtem Ocker barocke, schná¶rkelige Verzierungen gegen das fahle Licht zu erkennen waren. Die dem Bett gegená¼berliegende Seite des Raumes wurde nahezu komplett von einer (sicher recht kostspieligen) eichenen Kleiderschrankwand eingenommen. Im Weiteren fiel sein Blick auf eine kunstvoll verschná¶rkelte Schminkkommode zu seiner Linken, auf der zahllose Kosmetikerzeugnisse in formschá¶nen Flakons und á¤hnlichen Behá¤ltnissen aufgereiht waren.

Hatte er im Rausch eine Frau aufgeriáŸen und war mit ihr im Bett gelandet? - Erics Blick wanderte zur Seite. Und tatsá¤chlich! Neben ihm lag in dem breiten Doppelbett eine Gestalt, bis zum Hals in eine Decke gehá¼llt, den Kopf im groáŸen Kissen vergraben und wohlig im Schlafe vor sich hin atmend. - Matterson konnte sich beim besten Willen nicht erinnern, dass ihm der verrá¼ckte Illusionist irgendetwas verabreicht há¤tte. Aber der sich abzeichnenden Sillhouette nach muáŸte es sich um ein zu gro០geratenes, breitschultriges Monster von einem Weib handeln, das er in ná¼chternem Zustand nicht einmal mit der Kneifzange angefaáŸt há¤tte.
"Gibt es Substanzen die á¼ber die Haut aufgenommen werden?" Vielleicht war das ja der Schlá¼ssel: Die Kreide! - Immer noch sinnierend schlug Eric die gesteppte Bettdecke zur Seite und setzte sich vollends auf, schwang die Beine á¼ber á¼ber den Bettrand.

Irgendetwas war anders, falsch. Sein Ká¶rper fá¼hlte sich sonderbar und ungewohnt an und es fiel Eric fá¼r einen Augenblick schwer, Balance zu finden. Waren seine Há¼ften immer schon derart breit gewesen? Unglá¤ubig knetete er die seltsam ausladenden Rundungen seines Beckens durch den seidenen Stoff.

"Moment, Seide? Was zur Há¶lle?! Ich trage ein Nachthemd!" Sowie ihm das schockierend gewahr wurde, faáŸte er den umgehend den festen EntschluáŸ, dass er sich dieses weiáŸhaarigen Punks annehmen wá¼rde. Mit was und wie hatte ihn der Fremde derart ausgeknockt, dass er so etwas anziehen wá¼rde? Oder war es ihm etwa gar angezogen worden?

Wie dem auch sein mochte: Verklagen wá¼rde er diesen dreist grinsenden Giftmischer! Und wenn's der Rechtsapparat nicht hergeben wá¼rde, dann wá¼rde er eben andere Wege finden. Das wá¼rde kein Problem darstellen. Da drauáŸen tummelten sich schlieáŸlich mehr als genug Mexikaner und anderes Zeug, dass fá¼r weniger als einen durchschnittlichen Monatslohn mehr als willig war, jeden x-beliebigen mit einer Kugel zu entsorgen. Ja, so wá¼rde er es machen. Kein langes Federlesen. - Der Wichser wá¼rde noch bereuen das er sich mit ihm...

Wá¤hrend er so auf Rache sann, veranlaáŸte ein juckendes Gefá¼hl in der Mitte seiner Brust Eric dazu sich dort zu kratzen. Seine Hand faáŸte zu seinem grenzenlosen Erstaunen unerwartet eine seltsame, weit ausladende und weiche Rundung. Die zweite Hand kam schnell hinzu und er muáŸte erkennen, dass das Jucken vom Schwitzen zwischen den beiden groáŸen, runden Extremitá¤ten herrá¼hrte die sich da an ihm durch den dá¼nnen Stoff des Nachthemdes abzeichneten.
"W... Was zum...!" In Panik rannte er in das angrenzende, fensterlose Bad, im Dunkeln mit zittrigen Fingern nach dem Lichtschalter tastend.

Mit einem leisen 'Klick' ging die Beleuchtung an. Eric fand sich just genau vor dem Spiegel oberhalb des Waschbeckens wieder. Doch das Bild, das dieser zurá¼ckwarf, konnte nicht Realitá¤t sein. Es konnte einfach kein Spiegel sein. Ein Fenster, ein Gemá¤lde vielleicht. Denn das was er sah war nicht er selbst. Es war, es war...

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"Huargh!" Das laute á„chzen und Wá¼rgen weckte Michael Ravehurst aus tiefem Schlaf. Der Bá¶rsenmagnat schaltete den Wecker auf 'Off', wohl wissend dass er ihn heute wohl nicht mehr brauchen wá¼rde. Mit einem unterdrá¼ckten Gá¤hnen setzte er sich auf. "Ist Dir wieder schlecht, Schatz?"

"R... Ravehurst?" Das Keuchen seiner Frau aus dem Bad lie០nichts Gutes ahnen. "Mach Dir keine Sorgen, Schatz.", gá¤hnte Michael. "Du weiáŸt ja, dass war bei Dir schon bei unseren beiden anderen Kindern so. - Ich hol' Dir Deine Tabletten und Du wirst Dich gleich besser fá¼hlen, Liebes."

"WAS?!"

"Dieser vá¶llig grundlos entsetzte Blick... - Schwangere Frauen sind schon wirklich eine Sache fá¼r sich." dachte Michael, als er sich zu seiner jungen Frau, die keuchend an der Toilettenschá¼ssel kniete, herabbeugte und ihr mit einem aufmunternden Lá¤cheln ihre bewá¤hrten Tabletten gegen die morgendliche áœbelkeit reichte.

Seine Angetraute hingegen sah ihn nur vá¶llig unglá¤ubig an, dann stie០sie urplá¶tzlich erneut auf und erbrach sich wiederum in's Porzellan...

-ENDE-


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